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Radio Frequency Identification


Die Geschichte:

Radio Frequency Identification (RFID) ist eine auf Funkchips basierende Technik, die ursprünglich zur Markierung von Waren und Produkten entwickelt wurde.

Funk-Etiketten sind eigentlich nichts Neues.
Ursprünglich wurde diese Technik in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Freund-Feind-Erkennung bei Flugzeugen entwickelt und kam bereits im zweiten Weltkrieg zum Einsatz.

Die Technik:

Ein RFID-System besteht immer aus drei Komponenten:

1.Dem Transponder als Datenträger, auch RFID-Chip,-Tag, -Label oder Funketikett genannt.
2.Der Sende-Empfangs-Einheit, auch Reader genannt.
3.Der Integration mit den Servern oder sonstigen Systemen.

Der RFID-Chip setzt sich zusammen aus der Antenne sowie dem Chip, auf dem die Daten gespeichert werden und einer Verbindungsschaltung zwischen den beiden Komponenten.
Antenne und Chip werden auf eine Spezialfolie aufgebracht.
Das so entstandene RFID-Inlay, also der eigentliche Chip, lässt sich dann in unterschiedliche Trägermaterialien integrieren.

Die Bauform:

Bei der Bauform eines Transponders ist fast alles möglich.
Es gibt Transponder in der Form von Nägeln oder Schrauben, welche man unauffällig in Paletten einschlagen oder drehen kann und die dann dort zur Identifikation dienen.
Die momentan gängigste Bauform dürfte jedoch das Papieretikett sein. Die Produkte oder Sendungen werden mit einem Transponder beklebt, der selbst so dünn wie ein Blatt Papier ist.
Daneben gibt es Glastransponder, die zur Tieridentifikation unter die Haut des Tieres injiziert werden.

Die Reichweite:

Abhängig ist dies von mehreren Faktoren, wie zum Beispiel von der eingesetzten Funkfrequenz und der Antennengröße.
Je nach Stärke des Lesegerätes ergibt sich bei passiven RFID-Chips ein Leseabstand von wenigen Millimetern bis zu max. einem Meter.
Aktive RFID-Chips können Reichweiten von über hundert Metern haben.

Einsatzfelder im Alltag:

Neben der Identifikation von Waren, Behältern und Menschen, ermöglicht RFID auch die Identifikation von Tieren.
In Nutztiere lassen sich beispielsweise Glastransponder injizieren, auf denen sich neben Daten zur Identifizierung auch Informationen über Fütterung und Medikamentengaben speichern lassen.

RFID und Persönlichkeitsrechte:

In Verbindung mit Informationen aus anderen Datenbanken (Personaldaten, Zeiterfassungsdaten etc.) oder geografischen Ortungssystemen (z.B. GPS-Daten, oder Bewegungsprofile von Diensthandys) können RFID-Techniken zu einer allumfassenden Datenverarbeitung und somit zu einer allgegenwärtigen Überwachung aller Personen führen.

Wenn personenbezogene Daten unmittelbar auf RFID-Tags gespeichert oder in Datenbanken verknüpft werden (z.B. Zeiterfassung, Bewegungsdaten, Kantinenabrechnung, Produktvorlieben bei Essen, Kleidung etc.), dann ist dies ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

Es gibt zwar Schutzmaßnahmen, um die Gefahren des RFID-Einsatzes zu begrenzen. Es gibt allerdings kein spezielles RFID-Gesetz oder ein Arbeitnehmer/-innen-Datenschutzgesetz. Beim Einsatz von RFID-Technologie gelten die Grundsätze des BDSG und die entsprechende Rechtsprechung dazu.
Verantwortlich für die Einhaltung dieser Vorschriften ist der Arbeitgeber.

Forderung:

- Beschäftigte müssen wissen, wo RFID-Tags zum Einsatz kommen und was auf diesen gespeichert wird.
- Für Beschäftigte muss eindeutig erkennbar und transparent sein, wann durch RFID-Tags Kommunikationsvorgänge ausgelöst werden, die die Verarbeitung personenbezogener Daten zur Folge haben.
- Personenbezogene Daten auf RFID-Tags von Beschäftigten dürfen nur so lange gespeichert bleiben, wie dies zur Erreichung des Zwecks erforderlich ist.
- Nach Zweckerreichung sind sie zu löschen.
- Für die Beschäftigten muss die Möglichkeit zum Lesen der beispielsweise auf Firmenausweiskarten gespeicherten Daten gegeben sein.
- Die Vertraulichkeit der von Beschäftigten gespeicherten und der übertragenen personenbezogenen Daten muss durch wirksame Verschlüsselungstechnik sichergestellt sein.
- Grundsätzlich sollten Personenverfolgungen und die Erstellung von Profilen nicht gestattet sein.